Hintergrundbild

Offene Studien am Brustzentrum

SAKK 96/12-Studie (Reduce Studie)
Knochenmetastasen – die Ausbreitung der Krebserkrankung auf den Knochen – sind eine häufige Komplikation bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung und werden in der Schweiz bei mehr als 5000 Menschen jährlich neu diagnostiziert. Seit der Marktzulassung im Dezember 2011 wird Xgeva® vermehrt für die Therapie von Patienten mit Knochenmetastasen verwendet.
Das Projekt SAKK 96/12 soll zeigen, dass eine weniger häufige Dosierung von Xgeva® mindestens gleich wirksam ist wie die zugelassene Standarddosierung. Das Projekt wurde lanciert, weil Studiendaten nahelegen, die zugelassene Therapie mit Xgeva® hinsichtlich Dosierung, Toxizität und Kosten-Nutzen-Verhältnis zu hinterfragen. Neben der Wirksamkeit werden auch Nebenwirkungen und Lebensqualität genau beobachtet, da angenommen wird, dass eine seltenere Verabreichung insgesamt zu weniger Nebenwirkungen und somit auch zu einer besseren Lebensqualität führt.

RIB-ELLE-Studie (Ribociclib plus AI, Beobachtungsstudie)
Die RIB-ELLE Studie wird durch die Novartis Pharma Schweiz AG organisiert und untersucht das Medikament KISQALI® (Ribociclib) auf Wirksamkeit und Sicherheit im täglichen Alltag. KISQALI® ist ein Medikament für Frauen, bei denen die Wechseljahre vorbei sind und welche an einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativem, fortgeschrittenem Brustkrebs leiden. Die Studie ist eine sogenannte nicht – interventionelle Studie dabei werden die Teilnehmerinnen der Studie nur beobachtete, es werden keine zusätzlichen studienspezifischen Untersuchungen gemacht, es braucht nur die routinemässigen Visiten. Die Daten aus dieser Beobachtungsstudie werden dann als Information zur Wirksamkeit und Sicherheit von KISQALI® bei der täglichen Anwendung, ausgewertet. An dieser Studie werden ca. 200 Frauen 5 Jahre lang in der ganzen Schweiz teilnehmen. Das Brustzentrum Basel, Bethesda Spital ist eines dieser Zentren welches sich an dieser Studie beteiligt.

SAKK 23/16-Studie (TAXIS-Studie) In dieser Studie untersuchen wir die Wirksamkeit der Strahlentherapie im Vergleich zur Chirurgie bei der Behandlung von Brustkrebs mit Befall der Lymphknoten in der Achselhöhle. Wir führen diese Studie durch, um die wirksamste Behandlung mit den wenigsten Nebenwirkungen herauszufinden.
Der Studienablauf sieht folgendermassen aus: Allen Patientinnen und Patienten werden eine begrenzte Anzahl der betroffenen Lymphknoten sowie die Wächterknoten chirurgisch entfernt. Danach werden die Patienten nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt (randomisierte Studie). Bei einer Gruppe werden die übrig gebliebenen oder noch vorhandenen Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt. Dies entspricht der Standardbehandlung, die Rückfälle in der Achselhöhle wirksam verhindern kann. Allerdings treten bei etwa einem Viertel der Patientinnen und Patienten zum Teil bleibende Nebenwirkungen auf. Diese beinhalten Gefühlsstörungen, chronische Schmerzen, eine Bewegungseinschränkung der Schulter und eine Schwellung des Arms, das sogenannte Lymphödem. Bei der anderen Gruppe wird die Achselhöhle bestrahlt. Diese Therapie kann unter Umständen gleich wirksam sein wie die Behandlung der ersten Gruppe und weniger Nebenwirkungen verursachen. Sollte sich der Nutzen der Strahlentherapie in dieser Studie bestätigen, könnte dies zur neuen Standardbehandlung werden für Patienten mit dieser Erkrankung. Diese Studie wird an vielen Zentren in der Schweiz und im Ausland durchgeführt. Insgesamt schliessen wir 1’500 Patienten (Frauen und Männer mit Brustkrebs) über eine Zeitdauer von etwas mehr als 5 Jahren ein. Die gesamte Studiendauer beträgt etwa 25 Jahre inklusive der Nachbeobachtungszeit. Medizinische Besuche werden zu Beginn der Studie häufig durchgeführt und finden ab dem dritten Jahr der Teilnahme noch jährlich statt. Diese wichtige Phase-III-Studie wird mit der grosszügigen Unterstützung von Fond’Action, der Krebsliga beider Basel, der Stiftung Krebsforschung Schweiz und The Rising Tide Foundation for Clinical Cancer Research durchgeführt.

SAKK 95/17 Bewegungsprogramm zur Reduktion von Nebenwirkungen einer Aromataseinhibitor-Therapie bei Patientinnen mit frühem Brustkrebs
Viele Patientinnen mit einem hormonrezeptor-positiven Mammakarzinom erhalten eine Therapie mit einem Aromatasehemmer (AI). Bei etwa der Hälfte dieser Patientinnen treten als Nebenwirkungen Gelenk- und Muskelschmerzen, Steifigkeit, Müdigkeit und Gewichtszunahme auf. Diese Beschwerden führen oft dazu, dass sich die Patientinnen weniger bewegen und sich ihre Lebensqualität verschlechtert.
In der Studie SAKK 95/17, entwickelt und geleitet von MSc Nicolette Hoefnagels und PD Dr. med. Friedemann Honecker, untersuchen wir, ob ein Bewegungsprogramm zu Beginn der AI-Therapie dazu führen kann, die Verträglichkeit der Behandlung zu verbessern, Nebenwirkungen zu reduzieren und die Lebensqualität der Patientinnen zu steigern. In bisherigen Studien zur körperlichen Aktivität bei AI-Therapie waren die Interventionen oft sehr komplex und nicht alltagstauglich. Deshalb planen wir in dieser Studie ein einfaches Bewegungsprogramm, das die Patientinnen in den Alltag einbauen können und das ihren Lebensstil nachhaltig ändern kann. In die Studie werden Patientinnen mit lokalisiertem Mammakarzinom nach der Tumoroperation und vor Beginn der AI-Therapie aufgenommen. Die Teilnehmerinnen tragen während 24 Wochen einen Fitnesstracker am Handgelenk, der nur in der Nacht abgelegt werden soll, und führen ein Patiententagebuch. Alle drei Wochen findet eine Kontrolle im Studienzentrum statt, wo auch die Daten vom Fitnesstracker heruntergeladen werden.

Für Auskünfte und Informationen steht Ihnen auch unsere Study Nurse Franziska Jordan unter Tel. +41 61 315 24 22 zur Verfügung oder Sie kontaktieren uns auf

Drucken